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Literarischer Kopfsprung in den Advent

4. Dezember 2011

Die erste Adventwoche war dieses jahr für mich eine besonders literarische, hatte ich doch gleich drei Termine wahrzunehmen und ganz viel Aufregung für das kommende Jahr zu verplanen:

Am Mittwoch habe ich in einer Marathonzugfahrt von insgesamt ca. 9 Stunden nette Studentinnen an der Universität Innsbruck besucht, die Texte aus meinen bisher erschienen Büchern in das Italienische übersetzen. 1,5 Stunden stand ich ihnen Rede und Antwort, die Fragen gingen ihnen auch nicht aus, so haben wir am Ende sogar noch etwas überzogen… Auf dem Fußweg vom Bahnhof zur Uni, den ich mit dem GPS auf meinem Handy navigierend zurück gelegt habe, dachte ich mir noch, wie traurig das wäre, dass ab jetzt die meisten AutorInnen in eben dieser Art durch die Städte ihrer literarischen Termine navigieren werden und so um eine Menge Erfahrungen umfallen, die sich aus dem Verlaufen ergeben: Entdecken ungewöhnlicher Orte, Zufallsbekanntschaften, Ausreden für ihr Zuspätkommen zu erfinden, usw… Auf jeden Fall bin ich dann einmal irgendwie zu spät abgebogen, weil ich das GPS ausgeschaltet hatte und nur noch der einfachen Karte nachgelaufen bin, und stand dann vor dem Hauptgebäude, obwohl ich ja wusste, dass die betreffende LV-Leiterin mir beim ersten Gespräch im Gebäude im dem das Innsbrucker Literaturhaus ist, gesagt hatte, sie wäre gleich hier aus dem Haus. Ich bin dann also einmal durch die Unterführung, dort in das andere Gebäude hinein, habe aber keinen zweiten Stock gefunden, weil es da zwei getrennte Lifte gibt und so, habe dann Studentinnen gefragt, wo denn die Romanistik wäre, denn dort, im zweiten Stock bei den Geisteswissenschaften wollte sich die Dame mit mir treffen, und wurde von denen zurück zum Hauptgebäude geschickt. Das wiederum ist ziemlich groß und auch dort war auf der ersten Hinweistafel beim besten Willen kein zweiter Stock zu finden – ich habe mich also von einer weiteren netten Dame in den richtigen Lift stecken lassen, zweiter Stock war auch zu erreichen. Dort stand schon die LV-Leiterin, schnappte mich, weil wir schon spät dran waren, und zog mich hinter sich her… wieder hinüber in das andere Gebäude, dritter Stock, Translationswissenschaft, wo ich eben noch Studentinnen gefragt hatte, wo denn die Romanistik wäre. Soviel also zum GPS. Keine Angst, SchriftstellerInnen werden also auch weiterhin auf dem Weg zu ihren Terminen verloren gehen.

Nachdem ich doch meinen Weg wieder aus Innsbruck zurück nach Wien gefunden hatte, stand einer literarischen Performanz im Dschungel (Museumsquartier) nichts mehr im Weg, großes Zusammentreffen unterschiedlichst literarisch tätiger junger Menschen, genannt „Lockstoff“ und ein Kind des Literaturkreises Podium. Diesmal vortragend dabei waren: Barbi Markovic, Christoph Szalay, Anna Weidenholzer, Sophie Reyer, Judith Pfeifer, Philipp weiss, Robert Prosser (unterstütz von Fabian Faltin) und Cornelia Travnicek. „Spotted“ im Publium unter anderem: Gabriele Petricek, Angelika Reitzer, Karin Fleischanderl, Markus Köhle und auch schon früher Mitwirkende wie Thomas Havlik. (Und da ich unheimlich schlecht darin bin Namen und Gesichter zusammen zu bringen sicher noch einige mehr.) Es war also ein Abend mit allen und allem, zum Beispiel Visuals, Poesiefilme, musikalischer Untersützung unterschiedlichster Art (Schlagzeug oder elektronische Musik) und Effekten. Gut besucht war die Veranstaltung auch… Ich würde ja gerne alles genau erzählen, aber das ist doch etwas zu viel. Bitte einfach beim nächsten Mal selbst vorbei kommen. Und: Das alles gab es gegen freiwillige Spenden, die außerdem erst nach der Performanz erbeten wurden.

Gestern am Abend dann die letzte Veranstaltung für mich in diesem Jahr, eine Lesung gemeinsam mit Magda Woitzuck im Regional Museum Neulengbach, die ebenfalls sehr gut besucht war (das kann natürlich daran liegen, dass Magda dort in der Nähe heimisch ist). Magda las einen Text in dem ein Lotto-gewinnender Boxer und Peter Westenthaler vorkamen, und einen mit fünf Nazis (vier erhängten und einem nackten). Ich habe zum ersten Mal meinen Text gelesen, der in Kikinda spielt. Das Publikum fühlte sich gut unterhalten, kaufte nachher ein paar Bücher und aß ein paar Scheiben Nussbrot. Für die Autorinnen gab es Blumensträuße und Schokolade – da komme ich also gerne wieder hin. Auch das war eine Veranstaltung im Zeichen des Podium, da dort in Neulengbach gerade die Ausstellung „40 Jahre Podium“ gezeigt wird und diese Lesung eine der vier Veranstaltungen rund um die Ausstellung war.

Das waren also kurz umrissen die drei Veranstaltungen, nun noch ebenso kurz zu der Aufregung im nächsten Jahr: Alles kann ich noch nicht verraten, aber ich komme sicher einmal mit „Chucks“ nach Karlsruhe ins KOHI, und zwar am 7. Mai und auch im Programm der Lit.Cologne gibt es eine Veranstaltung zum Roman, dort darf ich am 22. März gemeinsam mit Thomas Glavinic und Ijoma Mangold auf einer Bühne sitzen. (Kann man schon vier Monate vorher Lampenfieber haben?)

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