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Schlossherrin sein – Wiepersdorfer Berichte I

8. September 2011

So. Da sind wir (die Anna und ich) auch schon wieder eine ganze Woche bei unseren deutschen Nachbarn auf Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Das Schloss ist eher ein Schlösschen, was daran liegt, dass es zuerst ein Gutshaus war und erst später zu einer Art Schloss umgebaut wurde. Auf jeden Fall ist es nicht groß genug, dass alle Stipendiaten (momentan sind ca. 9 Leute gleichzeitig anwesend) auch drinnen wohnen könnten, darum sind die Stipendiatenzimmer in einem Nebengebäude. (Also ist nichts mit Schlossherrin.) Samstags und sonntags wuseln hier auch die Touristen durch den Park, die den Stipendiaten neiderfüllt auf die vollen Teller sehen – es gibt nämlich nur ein Cafe in der Orangerie, aber kein Restaurant im Schloss, wie viele fälschlicherweise glauben. Essen gibt es also nur für Hausbewohnerinnen, für die gibt es allerdings reichlich!
Rundherum sind ein paar Häuser, nicht viele sichtbare Menschen und Wald. Und Tiere. In nächster Nähe kann man Geflügel, Schafen, einem Hund und einem Pony seine Tierliebe aufdrängen, falls der Schlosskater Schiller einmal nicht aufzutreiben sein sollte. Wer genug gestreichelt hat kann sich in die Lektüre des Bestandes der hauseigenen Bibliothek vertiefen – und der ist mindestens so ausreichend wie das Essen. Ich hätte hier auch bei drei Monaten Stipendium genug zu lesen, denn alleine die Arno Schmidt Ausgaben würden so ihre Zeit beanspruchen..
Fleißig war’n wir auch schon, zwischen den Mahlzeiten. Ich habe schon 25 Seiten aus einem chinesischen Buch übersetzt, fast einen Lektoratsdurchgang am Roman für das Frühjahr abgeschlossen und ein Stück an einem neuen Projekt geschrieben. Und zwei Gedichte. (Vielleicht gilt das hier ja gleich als Arbeitsbericht?)
Gelesen habe ich schon „Meine Preise“ von Thomas Bernhard, „Andere Zeichen“ von Rose Ausländer und „Die Stadt und die Hunde“ von Mario Vargas Llosa (das letzte fast fertig).
Unseren Horizont erweitern wir auch, bei den internen Vorstellungsabenden der Stipendiaten und bei den Veranstaltungen im Haus. Unter anderem kommt dieses Monat Volker Braun. Einen Ausflug zu einer Veranstaltung des LCB haben wir ebenfalls eingeplant… Damit es also alle wissen: Wir sind nicht in die Ferien gefahren.

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