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Man erfand ellenlange Metaphern für das Wort „Straße“ – TDDL 2011 / Tag 3

9. Juli 2011

Pünktlich zur Mittagspause habe ich den Fernseher eingeschaltet und mich von den Internetdiskutanten aufklären lassen, dass Leif Randt unbedingt nachzuholen sei und Anne Richter nicht. Weil ich natürlich wie alle anderen dem Internet maßlos vertraue, habe ich genau das getan. Und mochte Randts Art zu erzählen, unabhängig von den kleinen Sticheleien in Richtung Literaturbetrieb. Den Herrn würde ich gerne unter den Preisträgern sehen.
Gleich darauf ging es weiter mit Božiković (dessen Namen ich gerade copy-pasten musste). Er las einen Text aus der man(n) Perspektive, indem er teilweise für sehr banale Dinge sehr komplizierte Umschreibungen fand. Ich erinnere mich an eine gummigetränkte magistrale Asphaltschlange. (Man mag verzeihen, wenn ich da etwas durcheinander gebracht habe.)
Den Abschluss des dritten Tages, und damit auch den Abschluss des Vorlesens ansich, machte Thomas Klupp mit Jungmännerliteratur, wobei er ganz oft das Wort „Vagina“ in den Mund nehmen durfte. Und noch viele andere mehr. Ich/Wir lachte(n) anfangs oft, später weniger. Botschaft hatte der Text auch noch. Ich finde die Idee ganz amüsant, frage mich aber auch, wie die Jury, ob das einen ganzen Roman tragen kann.

Als brave und engagierte Zuhörerin wollte ich dann meien Stimme abgeben, habe es aber erst nach dem fünften Anlauf und mit einer neuen IP geschafft. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung immer vergleichsweise gering ausfällt, wenn das Abstimmen zu Anstrengung gerät. Abschließende Worte folgen morgen.

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2 Kommentare leave one →
  1. emilywalton permalink
    9. Juli 2011 20:44

    Hallo Cornelia!
    Ich stimme dir völlig zu, dass Leif Randt unter die Sieger gehört. ich habe mir aus dem Netz ein paar andere Texte von ihm ausgedruckt. Der ist sehr gut, der junge Mann.

    Baum mochte ich auch sehr – obwohl die nicht bei der Jury angekommen ist.
    Ich bin wieder mal vom Bachmann-Preis enttäuscht, denn ich finde, dass hier oft das „Gute Schreiben“ in den Hintergrund tritt und plötzlich fortführende Diskussionen, die gar nicht hingehören – etwa bei Rabinowich über Mythologie – überhand nehmen.
    Die Jury hängt sich darauf auf und lässt das Positive außer Acht. Wie wäre es mal mit konstruktivem Feedback….?
    Lob für Bußmann kann ich für mich gar nicht nachzuvollziehen. Und bei Haderlap frage ich mich, ob der Zuspruch nicht (auch) am Thema liegt.

    Schönen Abend dir
    Emily
    PS ich wollte abstimmen, habe aber das zeitfenster versäumt.

  2. frautravnicek permalink*
    10. Juli 2011 11:16

    liebe emiliy, danke für den ausführlichen kommentar und dir noch einen schönen sonntag!

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