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Mein Kampf mit dem digitalen Buch II – Ein Fazit

20. Dezember 2009

Ich und der Sony eBook Reader, das hat sich am Anfang angefühlt wie eine unmoralische Affäre. Immerhin hängt über der gesamten Buchbranche (zumindest in diversen Zeitungs- und Blogbeiträgen) die dunkle Vorahnung das eBook könne in naher Zukunft das gedruckte Buch ersetzen und irgendetwas an dieser Entwicklung könnte schief gehen. Also habe ich den Reader erst einmal vor meinem Bücherregal versteckt.

Was kann dieses tolle Ding der Zukunft jetzt? Es hat die neue eInk Technologie, also ein Display ohne Beleuchtung und mit besonders gut zu lesender Schrift (weil sie nicht pixelig ist). Soweit, so gut. Es gibt Platz für alle Formen von Speicherkarten und damit für mehr Bücher, als ich jemals darauf lesen können werde. Besser als notwendig. Mitgeliefert wird ein USB Kabel, für das Laden mit dem Computer und für das Hochladen der eBooks. Weil Internet hat es nicht. Damit sind wir bei den Unzulänglichkeiten der technischen Ausstattung: Das Laden per USB dauert vier Stunden, der Computer muss dabei natürlich aktiv sein. Ein extra Ladegerät für schnelleres Laden an der Steckdose muss gekauft werden und kostet ca. 30 Euro.

Als Test habe ich zwei Bücher auf dem Reader gelesen und muss sagen, die Display-Technologie überzeugt wirklich. Langes Lesen ist damit überhaupt kein Problem. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es schon schwierig ist, die normale Schriftgröße zu lesen. Angenehm war es dann mit der Größe „M“. Wobei wir bei der Software wären: Dass man die Schriftgröße so einfach ändern kann, ist schon ein klarer Vorteil gegenüber gedruckten Büchern. Die Notizfunktion hingegen sehe ich nicht als Vorteil – man kann auch in seine gedruckten Bücher reinmalen, wenn man das unbedingt möchte. Vor allem gibt es keine gute Möglichkeit diese Notizen zu editieren, exportieren und auch das Löschen gibt einige Rätsel auf. Die Volltextsuche im Buch hingegen ist der wohl größte Pluspunkt – wer hat noch nicht versucht einmal gedanklich Strg+F zu drücken! Allerdings denke ich, dass die Lesegeräte softwaretechnisch noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleiben, was schade ist.

Womit die Reader stehen und fallen, ist das Angebot an eBooks. Ich will nämlich nicht 25 Euro für eine Datei bezahlen, die nicht viel mehr ist als ein PDF, wenn 25 Euro auch der Preis für die Druckausgabe sind. Die kann man nämlich ins Regal stellen, verborgen, oder auch wieder weiter verkaufen. Und bei der Herstellung und dem Verkauf fallen Druck-, Lager- und Versandkosten weg. Ich, als Käuferin, hätte sehr gerne, dass von dieser Einsparung auch etwas bei mir ankommt. (Als Autorin hätte ich vielleicht auch gerne, dass etwas von dieser sicher vorhandenen neuen Gewinnspanne ebenfalls bei mir ankommt…)  Sollte das eBook Mehrwert wie multimediale Inhalte bieten, muss man das mit dem Preis natürlich wieder anders sehen.

Mein Fazit ist, dass ich den Reader wohl eher für Sachbücher, Zeitungen und wissenschaftliche Papiere verwenden werde und weniger für die sogenannte schöne Literatur. Qualitativ hochwertig gemachte Bücher sollen auch in Zukunft in meinem Regal stehen.

Aber Leute, die gerne Autoren wie Frank Schätzing lesen (dessen neues Buch ja über 1300 Seiten hat) sind sicher auch gut mit einem Reader beraten – dann hat man nach dem Lesen keinen Muskelkater.

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