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Jammern auf hohem Niveau.

5. Oktober 2009

Heute um ca. 9 Uhr morgens war ich ehrlich gesagt einem Nervenzusammenbruch ziemlich nahe (nein, Zurückweisung vertrage ich nicht gut). Um die Zeit wurden nämlich die Namen der zur Aufnahmeprüfung für den BA Sprachkunst an der Angewandten zugelassenen Bewerberinnen veröffentlicht. Und meiner war nicht dabei.

Weil ich ohne Antworten auf so tiefgreifende Fragen wie „Warum?“ nicht leben kann, habe ich natürlich angerufen bzw. gleich eine Email geschrieben und, ja, gejammert, und  nach nicht allzu langer Zeit hat mir Rober Schindel selbst zurück geschrieben: Überqualifiziert. Na, dann…

Mit dem Überqualifierziertsein kann man ja leben. Allerdings war mir nicht klar, dass dieser Studiengang anscheinend auf AutorInnen abzielt, die noch so gut wie gar nichts vorzuweisen haben. Bekannte von mir wurden von vornherein auf ihre Nachfrage darauf hingewiesen, dass sie „schon zu weit“ sein. Wäre gut gewesen, wenn sie ihre Weisheit damals schon mit mir geteilt hätten… Ich dachte es wäre halt wie in Leipzig – immerhin hatte Susanne Heinrich bei ihrer Aufnahme am Literaturinstitut in Leipzig den Verlagsvertrag bei Dumont schon (so gut wie) sicher gehabt und war noch während ihrer Studienzeit Lesende beim Bachmannpreis.  Auch andere dort Studierende, die mir bekannt sind, waren eindeutig schon weit über den Anfängerstatus hinaus. Aber Wien ist nicht Leipzig und darum bin ich jetzt maßlos gespannt, welches Profil sich dieser Studiengang selbst geben wird.

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5 Kommentare leave one →
  1. Eva Jancak permalink
    5. Oktober 2009 18:57

    Vermutlich sind Sie wirklich schon zu „gut“.
    Dieser Studienlehrgang ist ja soviel ich mitbekommen habe, ein Pilotversuch und es ist spannend, was daraus wird.
    Schreiben muß man sowieso selber lernen und das Wichtige an Leipzig oder Klagenfurt ist ja, würde ich schätzen, die Verlagsnähe und ob Wien die hat?
    Da sind Sie vielleicht auch schon überqualifizierter.

  2. 6. Oktober 2009 07:32

    Ja, es ist eben erst der Beginn. Die Aufnahmepraktik des ersten Studienjahres sagt aber eben schon sehr viel über die Richtung aus, in die man gehen möchte – man hätte ja von vornherein schon AutorInnen mit den ersten Erfahrungen ansprechen können, dann dementsprechend eine Gruppe von Studierenden zusammenstellen und den Unterricht auf „gehobenem“ Niveau abhalten können.
    Meiner Meinung nach geht es dabei weniger um das wirkliche Erlernen vom Schreiben, sondern das Aneignen handwerklicher Elemente, den Austausch mit den Mitstudenten, das Mentoring von bekannteren Autoren wie gerade Robert Schindel und das erarbeiten von neuen Arbeitsgebieten wie eben Theatertexten. Kombiniert mit Exkursionen (vielleicht auf Buchmessen und Lesefesten) , Lesungen, jährlichen Anthologien und so weiter, kann das ganze ein Rundumprogramm darstellen, das den richtigen Raum zur Entwicklung (wohlgemerkt, hauptsächlich zur individuellen Entwicklung jedes Studierenden) bietet.

    • Eva Jancak permalink
      6. Oktober 2009 11:33

      Genau, aber machen Sie das nicht schon sowieso?
      Ich habe da ja mehr Probleme mit den Ausschreibungen, wo zweihundert, siebenhundert, neunhundert Leute beteiligen und einer bis drei drei bekommen den Preis und die anderen bleiben über.
      Was machen dann die?
      Ich jedenfalls genau das, was Sie oben anführen, auch ohne Studienlehrgang, den es zu meinen Anfangszeiten ja nicht gegeben hat.
      Es ist aber schwer, ich weiß

  3. andi p. permalink
    7. Oktober 2009 01:32

    es war nun mal (was wir offenbar nicht gewußt haben) eine ausscheidung für leute, die grad mal ihre allerersten gedichte schreiben und nach ihrem gedicht nr. 1 auf das gedicht nr. 2 oder 3 vorbereitet werden sollen. ja, es wäre von schindel & co. gescheit gewesen, das im vorhinein auch so anzukündigen – aber ja, die haben wohl gedacht, daß alle potenziell interessierten verstehen, daß es um eine art volksschul- bzw. kindergartenlehrgang geht und nicht um mehr…
    (aber gut, nächstes semester kann ich es ja nochmals versuchen und denen irgendein totales anfängergedicht von mir schicken, das ich selber für einen mist halte, aber das könnte ja dort sehr gut ankommen…)

    • frautravnicek permalink*
      7. Oktober 2009 07:47

      na, herr p. ! ich fordere sie hiermit auf ihre gerechte enttäuschung literarisch besser zu verpacken und das niveau des jammerns doch etwas anzuheben (sie entlarven uns ansonsten noch als die einfachen selbstmitleidspfleger die wir sind). und eine erfolgreiche lesung wünsch ich morgen!

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