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Vom Längen und Kürzen.

25. September 2009

Aus ehrlichem Interesse habe ich vor kurzem beim Luftschacht Verlag ein Rezensionsexemplar von Nicolas Mahlers „Längen und Kürzen“ angefordert und netterweise heute auch in meiner Post vorgefunden. Normalerweise gehe ich ja nur noch mit Zeitschriften in die Badewanne, der gewellten Seiten wegen und was sonst noch an Badeunfällen mit Druckwerken geschehen kann. Heute allerdings war ich sehr neugierig auf das Buch und hab es deswegen mitgenommen ins Wasser, und tatsächlich: Einmal hätte ich es vor lauter Lachen fast hinein fallen lassen.

Ja, so ist das, „Längen und Kürzen“ ist ein lustiges Buch. Ein lustiges Buch, das man in einem einzigen Badewannenbesuch auslesen kann. Der Untertitel „Schriftstellerisches Gesamtwerk – Band 1“ erschließt sich erst gegen Ende der Lektüre (was aber nicht lange dauert). „Längen und Kürzen“ ist ein Buch über das Schreiben, beziehungsweise über das Schriftstellersein und wenn Nicolas Mahler nicht schon ein bekannter Zeichner und Autor wäre, müsste man fürchten es hier mit einem realen Dokument zu tun zu haben. Dieses Buch ist Erheiterung und zugleich Warnung für alle, die sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen ihre Berufsbezeichnung in „SchriftstellerIn“ zu verändern. Anhand von Comics, Briefen, Romankapiteln, Faxen, Postkarten und Gedichten verfolgt man den (kurzen) Aufstieg und (schnellen) Fall des Ich-Erzählers bei seinem Sturm auf den Literaturolymp, wobei auch der Verleger an sich ein wenig sein Fett weg kriegt. Manches lässt einen schmunzeln, wieder anderes lässt den Eingeweihten sicher laut lachen, aber es gibt auch die ein oder andere Stelle, die den ein oder anderen Schon-Schriftsteller peinlich berührt an die Anfänge seiner eigenen Karriere denken lassen wird (auch ich hatte einmal einen Zusammenstoß mit einem Verleger, der mich im Verlaufe der Verhandlungen darauf hinweisen wollte, dass eine Mindestabnahme von einer bestimmten Anzahl an Exemplaren zum Ladenverkauspreis meinerseits ein fixer Teil der Abmachung werden müsse, woraufhin ich ihn freundlich mitteilte ich würde auf die Veröffentlichung verzichten und seine Praktiken dafür gerne bei allen mir bekannten Leuten des Literaturbetriebes bewerben).

Alles zusammen macht dieses Buch zum perfekten Geschenk für jeden ambitionierten Literaten oder jede ehrgeizige Literatin, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, ebenso wie für jeden, der schon genau weiß wovon  Nicolas Mahler hier erzählt.

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One Comment leave one →
  1. Eva Jancak permalink
    25. September 2009 21:03

    Fein, daß ich Sie zum Badewannenlesen „überzeugen“ konnte, ich tu das auch sehr gern

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