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Mythen und so.

7. Juli 2009

Die StudentIn ist ja angeblich der Mensch mit der meisten Freizeit überhaupt, aber das ist ein Mythos. Wir verstecken unsere Tätigkeit in den Nachtstunden, in den Wochenenden, hinter Zugsitzen und auf Parkbänken und am Ende auch noch in den Ferien. StudentInnen haben nämlich niemals frei und in diesem Punkt überschneiden sie sich mit SchriftstellerInnen. Während Angehörige anderer Gruppierungen nach einem Arbeitstag nach Hause kommen und zu Recht müde sind, gehen wir niemals zur Arbeit, wir kommen aber auch niemals heim. Nehmen wir uns Freizeit, sitzt uns das schlechte Gewissen mit einer feinen Nadel im Nacken und stichelt, stichelt und stichelt die ganze Zeit: Es ist noch etwas zu tun.

Ferien sind die schlimmste Form der Nicht-Freizeit überhaupt. Denn in den Ferien hat man Zeit, endlich all die schönen Dinge zu tun, für die man sonst ja nie die Zeit hätte: Sprachkurse belegen, Proseminararbeiten schreiben, Arzttermine wahrnehmen, auch einmal krank sein, Manuskripte Korrektur lesen, seine eigene Sekretärin sein,… Und das alles zu einer Zeit, in der man von sich selbst erwartet auch einmal faul in der Wiese zu liegen, mit einem Buch auf dem Gesicht, das ein anderer geschrieben hat.

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