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Herzzeiten

26. April 2009

Immer noch frage ich mich, ob man das darf: Die Briefe anderer Leute lesen. Und trotzdem habe ich mir vorgestern noch „Herzzeit“ schnell nach Hause schicken lassen und lese seitdem darin, quer durch, denn anders kann man es nicht lesen, von den Briefen zu den Anmerkungen, von den Anmerkungen zur Geschichte dahinter, zur Zeittafel, von den Briefen zwischen Bachmann und Celan zu den Briefen zwischen Celan und Frisch und hin und her zieht es mich, es will nicht enden.

Wie unverständlich uns eine Zeit ist, in der es noch Schweigen gegeben hat, wochenlanges, wo kein Brief kam und das Telefon ausgesteckt war.

Aber wie es so schön heißt „Große Kunst entsteht aus Leiden“. Ja, gelitten haben sie wohl, am meisten aneinander, an sich selbst. Wie nannte Celan die Liebe so treffend: zwangsjackenschön (was für ein Wort, was für ein Wort!).

Erklär mir, Liebe!

[…]

Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander

durch jedes Feuer gehen.

Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

(Ingeborg Bachmann, in „Erklär mir, Liebe“)

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