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Kurzfristig auf Sendung

9. April 2009

Heute, 13:00 Uhr: Mein Handy klingelt und dran ist jemand von FM4. Elfriede Gerstl wäre gestorben. Ich sitze am Institut für Verteilte Systeme und habe keine Ahnung von gar nichts. Ob ich nicht in einem Interview etwas dazu sagen möchte. Ja, das möchte ich, aber nicht jetzt, geht gerade schlecht. Ich werde für 16:30 Uhr zum Radiosender eingeladen.

Heute, ca. 14:00 Uhr: Ich sitze in der Straßenbahn am Weg in meine Wohnung, Handy am Ohr, darin die Stimme eines befreundeten Germanistik-Studenten. Elfriede Gerstl, die kennt er nicht. Das ist auch eine Information.

Um ungefähr 15:00 Uhr habe ich dann endlich eine Textstelle gefunden, die ich gerne vorlesen möchte, wegen der feministischen Perpektive, die mir wichtig ist. Kein Drucker in meiner Wohnung in Wien. Ich schreibe mit der Hand vom Bildschirm ab und bin froh, dass die Stelle doch nicht so lang ist.

Ab 16:00 Uhr bin ich auf dem Weg zum Sender und schleppe meine bereits für das Osterwochenende gepackten Taschen hinter mir her. Gefühlte 25+ Grad. Der nette Herr von Fm4 verpasst mir eine Flasche Mineralwasser als modisches Accesoire, die noch nettere Moderatorin raucht eine Zigarette, nachdem mir gerade klar wurde, dass ich live auf Sendung sein werde. Sms an Freunde wird noch schnell geschrieben, bevor das Handy abgeschaltet wird. Die Playlist spielt noch ein falsches Lied, weils eigentlich ein anderes sein hätte sollen. Dann bin ich live on air und lasse mich über coole Omis aus, die auch schon mal „Bullshit“ schreiben.

Etwas nach 16:30. Alles vorbei, Adrenalinrausch im Blut und wieder mal Handy am Ohr. Ja, hat sich gut angehört, hat hingehaun. Klaus Nüchtern hat in einer Rezension zu Gerstl mal geschrieben, nur tote Dichter wären gute Dichter. Ich bin mir sicher, er hats nicht so gemeint.

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One Comment leave one →
  1. Gerhard Geisler permalink
    15. April 2009 07:53

    Schon merkwürdig

    ich hab das Bild der Gerstl gesehen und gedacht die kenn ich ja vom „kleinen cafe“ und vom „altwien“, hab gar nicht gewußt das die schreibt.
    Vom Aussehen ist sie mir aufgefallen, irgendwie filigran, die paar Sätze die ich mit ihr gesprochen habe sind mir allerdings nicht in Erinnerung geblieben.

    Aber nachdenklich wird man schon, so im nachhinein!

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