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Wie sportlich ist der Schriftsteller

4. März 2009

Eine Frage die sich mir kürzlich stellte: Wie steht eine Schriftstellerin zum Sport? Das ist eine der wenigen Fragen, die sich Autorinnen gegenseitig nie stellen. Wir fragen uns wie es mit dem Schreiben geht, bei welchem Verlag man ist, wie sich das Buch verkauft, wo man gerade wohnt, auch mal, wie sich das mit dem Geld ausgeht. Aber während viele Businessfrauen kein anderes Thema als ihr neues Fitnessstudio haben und die jungen Mütter über den Pilateskurs tratschen, sprechen Schriftstellerinnen so gut wie nie über Fitness. Und das bei einem „Job“, der hauptsächlich aus im Sitzen schreiben, im Sitzen lesen und im Auto oder Zug sitzend zur nächsten Lesung zu fahren besteht.

Es ist bekannt, das einige Schriftsteller (auch zusammen oder gegeneinander) Fußball spielen. Aber auch weniger zur sportlichen Ertüchtigung, so wie das aussieht. Der einzige, von dem ich weiß, dass er eine Leidenschaft für Sport hat ist John Irving. Er arbeitet auch immer wieder sein Faible für das Ringen in seine Bücher in. In so gut wie jedes. Man kann es auch übertreiben. Friedrich Torberg hat bekanntlich Wasserball gespielt. So, und hier ist meine Liste zu ende.

Ich habe beschlossen ein Zeichen zu setzen und einer der diversen Sportvereinigungen beizutreten. Gestern hatte ich mein erstes Karatetraining. Heute Muskelkater. Leider kostet der Fitnessspass auch eine ganz und gar unlustige Summe im Jahr. Darum möchte ich anregen im Sinne der Zukunftsvorsorge ein Sportstipendium für Künstler einzurichten, damit wir später nicht im Rollstuhl zu unseren Lesungen geschoben werden müssen.

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4 Kommentare leave one →
  1. 4. März 2009 16:43

    Ich seh schon das Cover vor mir. Nach „Schriftsteller und ihre Hunde“, „Katzen und ihre Schriftsteller“ jetzt „Schriftsteller und ihr Sport“.
    Man denke da nur an die Angst des Tormannes vor dem Elfmeter oder Coelhos Text über das Bogenschießen. Ungeahnte Möglichkeiten!

    Bei mir wär der Sport dann übrigens Moderne Schwertkunst.

  2. Gerhard Geisler permalink
    6. März 2009 09:58

    Es gibt auch den umgekehrten Weg. Rainhard Karls Buch „Erlebnis Berg-Zeit zum atmen“ war für mich durch seine Ehrlichkeit und Kompromisslosigkeit ein Meilenstein der Erzähl- und Photographierkunst. Hier hat ein Extrembergsteiger seinen eigenen Mythos demoliert um ihn als Künstler wieder neu zu schaffen.

    Das sich Cornelia als Schriftstellerin reduziert um als Karateweltmeistern neu zu entstehen wollen wir aber doch nicht wirklich hoffen!

  3. Eva Jancak permalink
    7. März 2009 12:07

    Da kann ich nur von der Dichterradkarawane vom April 2007 schwärmen, in der Ruth Aspöck mit ihrem Verlag „die Donau hinunter „in drei Wochen von Wien nach Bamberg geradelt ist und jeden Abend eine andere Lesung an einem anderen Ort aus einem Verlagsbuch veranstaltet hat.
    Ich bin von Ybbs bis Regensburg mitgefahren und habe in Vilshofen aus den „Donaugeschichten“ gelesen.
    Das Wetter war traumhaft schön und diese andere Lesereise so toll, daß wir im Sommer gleich noch einmal von Traismauer bis Passau geradelt sind.

  4. 11. März 2009 11:34

    ach, rollstuhl ist schon okay. mit getränkehalter und einen stapel bücher im schoß. und noch immer zwei hände frei!

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