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In die weite Welt hinaus

16. November 2008

Verleihung der Hans-Weigel Literaturstipendien im Palais Niederösterreich am 14.November.

Da heißt dieses Buch über Hans Weigel also „In die weite Welt hinein“, wie im Kinderlied über klein Hänschen, das von Weigel im Buch auch zitiert wird und ich sitze in der ersten Reihe und kann nur darüber nachdenken, wie der Reim doch denn Sinn verdreht. Rein theoretisch würde doch jeder eher zu „in die weite Welt hinaus“ tendieren und nur weil das Hänschen noch so klein ist, muss es halt „hinein“ gehen.

Eigentlich sollte ich den Namenskärtchen auf den Sesseln nach neben Elfriede Ott sitzen, die hat sich aber auf die andere Seite des Saales geschummelt.

Richard Schuberth (erster Stipendiat) neben mir ist der Meinung, ein Hemd unter seinem Sakko hätte doch gar zu förmlich ausgesehen vor ca. 250 Menschen im ehemaligen niederösterreichischen Landtagssaal. Ich sage zu ihm das Hemd hätte er sich doch schon mal im Voraus vom Stipendiengeld leisten können, aber irgendwie hat er recht, wird doch die ganze Zeit betont, wie jung denn nicht alle Autoren sind, die in den Genuss dieser Förderung kommen und Hemd und Anzug sind nun mal fast zu bieder um der Erwartungen an junge Künstler gerecht zu werden.

Magda Woitzuck (zweite Stipendiatin) einen Sessel weiter ist dann doch ganz klassisch in schwarzer Hose und weißem Oberteil erschienen und das wars nun auch wieder über Kleidung, immerhin soll es hier um Literatur und nicht um Mode gehen. Magda und ich laufen sich nun schon seit Jahren bei diveresen literarischen Veranstaltungen über den Weg, diesmal war sie aber sichtlich nervös und selbst dann auf der Bühne sah man ihr an, dass sie an jedem Ort der Welt lieber wäre als eben hier, daran konnte auch der öffentlich präsentierte Scheck über die erste Monatsrate des Stipendiums nichts ändern.

Die musikalische Umrahmung gefiel mir ausgezeichnet, da ich ja schon Zeit meines Lebens eine Freundin der Geigenmusik bin und mich schon öfters mit dem Gedanken gespielt habe eben diese zu erlernen, wenn mir nicht die Disziplin und die Zeit dafür fehlen würden. Zum Buffet ist zu sagen, dass ich leider nichts mehr davon abbekommen habe, was daran liegen könnte, dass sich – nach Augenzeugenberichten – einige Leute nicht zu fein waren schon vor dem offiziellen Ende das Buffet zu stürmen, sich ihre Teller voll zu laden und Getränke in der Hand haltend dann den anderen beim Betrachten der leeren Tablets Gesellschaft zu leisten. Das von eben diesen vollgeladenen Tellern dann einige mit Überresten in Form von mehreren unberührten Brötchen wieder abserviert wurden, weil die Hamstermägen dann doch nicht konnten wie die Hamsterer wollten, ist nicht nur den anderen gegenüber sehr unhöflich, sondern auch nicht sehr umweltfreundlich. Wegen dieses Nahrungsengpasses entschloss sich meine Familie in ein nahe gelegenes Restaurant zu übersiedeln, deswegen konnte ich auch nicht sehr lange am anschließenden Smalltalkt teilnehmen.

Ich habe einige Widmungen in Bücher schreiben dürfen, wieder einmal ist mir erst dann aufgefallen, dass ich nicht einmal einen einzigen Stift in meiner Tasche hatte. Zum netten Abschluss des Abends habe ich auch noch erfahren, dass mich der Österreichische Schriftstellerverband freundlicherweise aufgenommen hat. Bei grünem Curry und Ananaseis war ich dann nicht mehr so verstimmt über die vorhergehene Buffetsituation und der Abend klang sehr gemütlich aus.

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