Fleißig, fleißig.
Fleißig I: Am Freitag war das literarische Geburtstagsfest der Eva Jancak, dort habe ich kurz ein Stück aus „Fütter mich“ vorgelesen, festgestellt wir praktisch das ist, wenn Männer kochen und die Frauen essen und jede Menge interessante Leute kennen gelernt. So gut wie jeder, also zumindest alle, mit denen ich mich unterhalten habe, sind auch solidarisch mit den aktuellen Uni-Protesten, der Herr Eibel Erzberg
möchte auch sehr gerne im Audimax lesen – mal sehen, was mensch hier machen kann. Leider konnte ich nicht so lange bleiben, da ich am Samstag eine geblockte Lehrveranstaltung besuchen musste.
Fleißig II: In Niederösterreich gibt es momentan eine wirklich schön gemachte Kampagne rund ums Lesen, von den Kleinsten bis zu den „Größten“ werden alle angesprochen. Dabei gibt es einen Wettbewerb, ein Video über das eigene Lieblingsbuch zu drehen und wie es aussieht, werde ich da in der Jury zu finden sein. http://www.zeitpunktlesen.at/de/drehbuch.php
Fleißg III: Mein Blog ist anscheinend auch ein Christkindlbrief, denn nach wiederholtem Aufzeigen des Umstandes, dass noch kein Buchkultur Österreich Spezial zu mir gefunden hatte (oder ich zu ihm), war heute eines in der niederösterreichischen Post. Danke vielmals! Meine Mutter war sehr stolz
Gar nicht so fleißig: Es hat den Anschein, als würde auch diese Jahr (genau wie im letzten Jahr) wieder kein Youngster of Arts der Stadt St. Pölten verliehen werden – zumindest gibts noch keine Presseaussendung oder dergleichen. Wenn man vergisst die Jungen früh abzuholen, darf man sich nicht wundern, wenn sie einem später verloren gehen…
Solidarisch mit der Universitäts-Streikbewegung
Wir, die IG Autorinnen und Autoren,
erklären uns mit den Anliegen und Forderungen der unter dem Titel „Unsere Uni“ zusammengefaßten Bewegung und Proteste solidarisch. Als Schriftsteller/innen und Künstler/innen vertreten wir den Standpunkt, daß weder Bildung noch Kunst als reine Ware betrachtet werden darf. Die aktuelle bildungs- und gesellschaftspolitische Entwicklung in diese Richtung ist für uns falsch und alarmierend. Freiräume sind Bedingung für Innovation, Visionen und Fortschritt, in der Kunst wie in der Bildung. So haben die aktuellen Proteste nicht von ungefähr ihren Ausgang an der Akademie der bildenden Künste genommen.
Wir fordern die zuständigen Politiker/innen auf, ihre Verantwortung zu erkennen und dementsprechend zu handeln!
Mit solidarischen Grüßen
Die IG Autorinnen und Autoren
Wien, 4.11.2009
Der Vorstand:
Gerhard Ruiss
Ludwig Laher
Georg Bydlinski
Nils Jensen
O.P. Zier
Werner Richter
Johanna König
Heinz Lunzer
Erika Kronabitter
Gerhard Altmann
Ulrike Längle
Manfred Chobot
Margit Hahn
Robert Huez
Peter Paul Wiplinger
Wolf Käfer
Sylvia Treudl
Simone Schönett
Hellmut Butterweck
Renate Welsh
Andreas Kövary
Rolf Schwendter
(Schön ist das…)
SchriftstellerInnenarbeit.
Was machen SchriftstellerInnen eigentlich den ganzen Tag, außer im Kaffehaus abhängen und so alle ein, zwei Wochen mal eine oder zwei Lesungen zu halten und damit glücklich zu sein. Naja, sie schreiben. Aber wenn man jeden Tag zwei Seiten schreibt, dann hat man jedes Jahr ein 360 Seiten Buch (ein paar Feiertage ausgenommen). Das erklärt, warum momentan so dicke Bücher erscheinen. Leute, die dünnere Bücher schreiben, lesen den ganzen Tag ihre Amazon-Rezensionen, schreiben Blogeinträge und sinnlose Facebook-Statusupdates.
Das war natürlich ironisch. Man hat jede Menge zu tun (und jede Menge zu lesen). Andauernd trudeln irgendwelche Anfragen zu allen möglichen Zusammen- oder Mitarbeiten in die Mailbox, man muss für eine bessere Gesellschaft demonstrieren gehen, Rezensionen und Berichte schreiben, endlich lernen wie man das mit den Exposes macht um auch mal Autorenstipendien zu bekommen, und, und, und…
Und manchmal, da braucht man auch etwas Erheiterndes, Aufbauendes, Interessantes: http://kreativerprotest.wordpress.com/
Lise Meitner Literaturpreis
So, also das kann man mal unter Erfolg verbuchen: Informatik studieren, Schriftstellerin sein und dann den Lise Meitner Literaturpreis gewinnen, der von/auf der TU Wien vergeben wird. Ich hoffe, das ist die erste Veranstaltung, bei der nieman fragt: Literatur und Technik, wie passt denn das zusammen? (Frauen und Technik hat sich zum Glück eh noch nie jemanden fragen getraut….) Infos und Einladung zur Veranstaltung und auch schon den Text gibts zu lesen hier, und ich teile mir den Preis ganz freundschaftlich mit einer Dame namens Barbara Wimmer. Freue mich schon auf die Preisverleihung und darauf sie kennen zu lernen.
Irgendetwas wollte ich unbedingt noch schreiben, aber das ging anscheinend über den Tag hinweg verloren. Aber so eine Nachricht, die reicht ja auch allein!
Stern von Morgen
In der Novemberausgabe des Magazins „Flair“ ist ein Foto von mir über eine ganze Seite, zu finden bei der Strecke „Sterne von Morgen“. Ein kurzes Interview ist auch dabei. WordPress will mich gerade das Bild nicht hochladen lassen, darum nur hier der Link.
Nachdem ich es is jetzt noch nicht geschafft habe eine Ausgabe der Buchkultur mit meinem Coverbild in die Finger zu bekommen, obwohl ich mittlerweile in fünf Buchhandlungen war, wäre das Belegexemplar der Flair fast ebenfalls nicht bis zu mir gelangt. Wegen zu hoher Kosten für den Versand, verschickt man dort nämlich keine Belegexemplare mehr. Ich hätte mir aber eines in der Redaktion abholen dürfen. Die Redaktion liegt aber so, dass sie mit den Öffis für mich nicht gut zu erreichen war, also habe ich mir meine Nerven und Zeit gespart und das „Flair“ gleich am Praterstern im Vorbeigehen gekauft. Wär das mit der Buchkultur Spezial nur auch bloß so einfach!
Am Freitag hatte ich im Rahmen des „Blätterwirbel“ eine Lesung für Schulklassen und war ganz begeistert vom Interesse, das mir entgegen gebracht wurde. Nachdem ich die SchülerInnen davon abgebracht hatte mich mit „Sie“ und „Frau Travnicek“ anzusprechen (als Nick ist das ja ganz witzig, aber im richtigen Leben und von Schülerseite weniger), wurde es eine tolle Lesung und sie haben auch ganz, ganz viele Fragen gestellt. Und Bücher gekauft. Und ich musste sogar Programmhefte signieren.
Im Audi Max III / Dieser Blog ist besetzt.
Heute wegen Stress und spürbarer Übermüdung und rufenden Studierendenpflichten nur kurz:
Heut trotz Protesten ein Tutorium gehalten, ein Proseminar besucht und ein Semestertreffen der Informatik Frauenförderung durchgeführt. In zwei Bibliotheken gewesen und Bücher ausgeborgt, und andere Dinge des täglichen Lebens erledigt. Das alles zusammen hat (in Anbetracht der letzten drei Tage) mich erledigt. Gegen 9 Uhr habe ich dann die Überreste des Buffets an die VoKü vor dem Audimax gespendet, als moralische Unterstützung. Haltet durch.
Im Audi Max II / Mo Yan am Campus
Im Audi Max II ist eigentlich: In Wien auf der Straße. Über drei Stunden habe ich gemeinsam mit drei Freunden ein großes Transparent getragen und wenn wir vorher im Bildungsministerium nicht auf taube Ohren gestoßen sind, dann könnte uns es jetzt passieren: So laut waren wir. Und im selben Maß, wie wir laut waren, waren wir friedlich. Polizei war fast gar nicht zu sehen, das Randpublikum war wohlwollend und ließ sich oft mitreißen.
Ich weiß, dass es Leute gibt, die nicht verstehen, worum es uns (mir) geht. Weil sie nicht im neuen System studieren. Das neue System sieht im Grund vor, dass eine kleine Auswahl an Begünstigten in genau der gleichen Zeit die genau gleichen Lerninhalten (auswendig)lernt. Durch die Modularisierung und Verschulung fallen die Möglichkeiten zu Doppelstudien, schnelleren Studien und zur studienbegleitenden Arbeitstätigkeit immer dürftiger aus. Meine Meinung, ich kann nicht für alle sprechen, aber: Wir wollen lernen. Wir wollen, dass die Universität ein freier Ort des Wissensaustausches und der Wissenserweiterung ist. Und ich finde, das sollte nicht nur in Österreich so sein, das sollte ein Anliegen von ganz Europa werden. Denn nur wenn die Systeme wirklich in der Basis einheitlich und dann flexibel und offen genug sind, und wir in diesem System ohne Grenzen studieren können, wird genau diese Beschreibung auch auf die Staaten in der EU zutreffen.
Direkt vom Demozug, noch „bewaffnet“ mit meinem Transparent, war ich bei der Lesung des chinesischen Autors Mo Yan in der Aula am Campus. Dort wurde sowohl auf Deutsch als auch auf Chinesisch aus seinem neuen (sehr umnfangreichen) Werk „Der Überdruss“ gelesen. Mo Yan fand in der anschließenden Diskussion offene Worte über die Zurschaustellung des chinesischen Heeres am 1.Oktober dieses Jahres, über sich verändernde Zeiten, und über die Einflüsse in seiner Literatur. Er präsentierte sich als freundlicher, humorvoller, überaus intelligenter und keineswegs verschlossener Autor, der öffentliche Diskussion und Kritik in China für gut befindet. Ein schönes Bild. Trotz der Studentenproteste war jeder Platz in der Aula besetzt und an manchem Revers steckte der „Uni brennt“ – Button.
Im Audi Max I
Studieren ist hart im Jahr 2009 und fast so hart ist eine halb verschlafene Nacht auf den Klappsitzen im Audimax, vor allem wenn zwischen 24 und 4 Uhr eine Romaband, eine Metalband und eine Jazzband spielen. Und nebenbei andauernd jemand unter mir zusammen kehrt und über mir die Tische wischt. Das ist bei weitem der sauberste Protest, der mir jemals untergekommen ist. Und die Leute waschen selbst ihr Geschirr und stecken den Mist in Plastiksäcke. Es gibt eine AG für Sicherheit, eine AG für Rechtsfragen, es gibt verdammt noch mal hier eine AG für alles. Wir stimmen darüber ab, ob wir über das und jenes abstimmen wollen – und es ist gut so. Niemand ist zuständig und darum sind es alle. Kapitalismusgegener teilen sich das Podium friedlich mit Theologen, die mal eben den Protest konfessionsübergreifend unterstützen wollen.
Die Studenten lernen innerhalb einer Stunde hier drinnen mindestens eben so viel wie in einer normalen Unistunde, die meisten wahrscheinlich sogar mehr. Man erlebt wie Strukturen entstehen, erlernt Selbstmanagment, probt seine rednerischen Fertigkeiten und hört Vorträge, z.B. über Struktur der (Studenten)Proteste im Iran, wen die Grüne Revolution eigentlich unterstützt (darüber haben viele noch nie nachgedacht), diskutiert die globale Finanzkrise (Ursachen, Auswirkungen, Lösungswege und Alternativen in Europa) und bekommt aufbereitet dargelegt, was der Bologna Prozess eigentlich ist. Beim Plenum ist der Hörsaal voll und trotzdem darf jeder sagen, was er möchte – und obwohl es über drei Stunden dauert, vergesse ich sogar auf die Toilette zu gehen (nein, ob man da hin gehen darf, darüber muss nicht abgestimmt werden..).
Was am Ende bleibt ist pures Staunen über diese Organisiertheit wo es keine Organisation gibt, über soviel Toleranz und Freidenkertum auf einen Haufen. Über das Maß an Kritikfähigkeit, aktiv und passiv. Über die Freundlichkeit, die Offenheit, den Enthusiasmus. Und die Neugier auf einen neuen Tag…
Die Alma Mater brennt!
Ich bin gerade mit meinem Schlafsack in das Audi Max gezogen. Nicht einmal fünf Stunden, nach dem ich mir mein Bakkalaueratszeugnis (mit Auszeichnung bestanden) am Studienservicecenter abgeholt habe, sitze ich im besetzten befreiten Hörsaal. Für eine bessere Uni. Für freies, schnelleres und flexibleres Studieren. Denn: Ich habe zwei Bachelorstudien in Mindeststudienzeit absolviert, eines davon mit Auszeichnung bestanden. Im neuen System wäre das nicht mehr möglich. Ich habe in diesen drei Jahren kein Leistungsstipendium der Universität bekommen, trotz Eignung. Mit der Begründung: Zu wenig Mittel. Ich muss mir zwar keine Sorgen machen, ob ich zum Masterstudium zugelassen werde, viele andere schon. Die Bürokratie wuchert. Die vielgepriesene neue Mobilität ist keine Realität. Es wird eine höhere AkademikerInnenquote gefordert, aber wir fürchten uns vor mehr StudentInnen. Aufnahmeprüfungen werden nicht als Eignungstests durchgeführt und allen geeigneten BewerberInnen ein Studium ermöglicht, sondern es werden nur einer bestimmten Anzahl an Studenten Plätze gegeben – geeignet oder nicht. Und das sind nur die Dinge, die mir gerade ad-hoc einfallen.
Schreibbar Preisverleihung und PEN Free the Word
Am Freitagabend fand endlich die Preisverleihung zum Newsboard.at Schreibbar Literaturwettbewerb 2009 statt. Die erste Durchführung des Wettbewerbes hat somit erfolgreich stattgefunden, die Sieger sind gekürt und wir blicken schon wieder in die ukunft und planen für das nächste Jahr. Wie die Presiverleihung war, wer die Sieger sind, das kann man hier nachlesen. Einmal auf der anderen Seite zu sitzen, das war schon ein seltsames Gefühl. Obwohl ich sagen muss, ich habe mit jedem sehr mitgefühlt: Sowohl die Freude der Preisträger, als auch mit der sicher vorhanden Enttäuschung der anderen sechs.
Den Rest des Freitages hatte ich in Linz verbracht, beim diesjährigen International PEN Literary Festival. Einen Bericht darüber und ein paar Fotos davon kann man sehr bald auf literaturcafe.de finden, ein Link dazu wird folgen. Es war also ein literarisch-intensiver Freitag, wie überhaupt der ganze Oktober schon sehr literaturintensiv ist.